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Neun Orgelpfeifen und ihre Eltern

von Josef Wallner

neun Geschwister, zwischen 3 und 19 Jahre alt
Meine acht Geschwister und ich, um die Zeit meiner Matura (1950)

Knapp vor seinem Tod 1992 hat mein 90jähriger Vater mir als Ältestem aufgetragen: „Du musst weiterhin jedes Jahr alle meine Nachkommen zu einem großen Familientreffen einladen, auch, wenn ich nicht mehr bin!“

So liegt nun jedes Jahr bei Sommerbeginn meine Familienliste vor mir, wenn ich die Einladungen zum Familientreffen von Wallner & Co. ausschicke. Derzeit stehen auf dieser Liste – einschließlich aller Ehepartner/innen, Partner/innen und drei Verstorbenen – 136 Namen von alten und jungen Verwandten aus drei Generationen: 19 Senioren der älteren Generation, 59 Junioren der mittleren Generation und 58 Kinder und Jugendliche der jüngsten Generation. Davon sind nicht mehr am Leben eine Schwester und ihr Ehemann sowie ein Neffe.

Familienstammbaum

Zum 80. Geburtstag des Vaters, 1982, hat der weststeirische akademische Maler Franz Weiß einen Lebensbaum meiner Eltern gemalt. Damals gab es nur 50 Namen auf diesem Baum als Früchte, jetzt wären es 136. Damals gab es nur einen Urenkel meiner Eltern auf diesem Baum, jetzt wären es 58.

Familienbild der oststeirischen Bauernfamilie Wallner, Eltern mit 9 Kindern, 1950
Die große Wallner-Familie (1950)

Mein Vater Josef (Sepp) Wallner: geboren 1902 als Bauernsohn in Burgau; 8 Klassen Volksschule im alten Schloss in Burgau; 1931 geheiratet; Bauer und Standesvertreter in der Bauernkammer, Führungspositionen auf Bezirksebene bei der Feuerwehr, 18 Jahre Bürgermeister im Burgau der Nachkriegszeit, gestorben 1992 mit 90 Jahren.

Meine Mutter Johanna (Hanni): geboren 1905 als Bauerntochter in Burgau; 8 Klassen Volksschule, Dienstmädchen auswärts, dann Ehe, Bäuerin und Hausfrau; Mutter von 9 Kinder; 28 Enkelkinder; derzeit 58 Urenkel; gestorben 1978 mit 73 Jahren.

Wer diese Fotos sieht, wird sich vielleicht fragen: „Was ist aus diesen vielen Kindern geworden?“ Neun Kinder ist eine selten gewordene Zahl in der heutigen Zeit – und die 57 Jahre seit dieser Fotoaufnahme sind eine sehr lange Zeitspanne.

Sehr zufrieden konnten Vater und Mutter in ihren alten Tagen auf die Lebenswege ihrer neun Kinder zurückschauen. Es hatte jedes einen guten Platz im Beruf, in einer intakten Ehe und Familie gefunden: drei Bäuerinnen, zwei Krankenschwestern, ein Doktor der Theologie und Stadtpfarrer, ein Programmierer, ein Hauptschuldirektor und ein tüchtiger Nachfolger auf dem Bauernhof - eine gute Ernte für die alten Eltern!

Zu den jährlichen Familientreffen nach St. Magdalena bei Hartberg kommen etwa 60 bis 70 Verwandte aus den drei Generationen, die anderen sind aus verschiedenen Gründen verhindert, einmal die, einmal die anderen. Um unseren Bruder Fred versammeln wir uns zu einem Familiengottesdienst in der Kirche und setzen uns dann zum Mittagessen und zu einem gemeinsamen Nachmittag zusammen zum Austauschen von Neuigkeiten und zum Erfahrungsaustausch über diverse Familienprobleme. Da lernen auch die vielen Cousinen und Cousins einander kennen.

Die Familien kommen aus Voitsberg, Graz, Wien, Burgau, Limbach bei Neudau, Burgauberg und Neudauberg, Übersbach und Bierbaum bei Fürstenfeld, Sinabelkirchen, Hartberg – meist also aus dem Raum der Oststeiermark. Sehr weit entfernt leben zwei eigene Kinder und zwei Enkelkinder in Los Angeles und Basel. Die können leider nie dabei sein.

Zur doppelten Goldenen Hochzeit zusammen mit meiner Schwester Luise am 29.12.2007 waren aber sogar die Kinder, Schwiegerkinder und Enkelkinder aus Los Angeles und Basel angereist.

Informationen zum Artikel:

Neun Orgelpfeifen und ihre Eltern

Verfasst von Josef Wallner

Auf MSG publiziert im Mai 2009

In: Lebensgeschichtliche Fotorevue

Der Beitrag wurde folgenden Regionen und Zeiträumen zugewiesen:
  • Ort: Steiermark, Oststeiermark, Burgau
  • Zeit: 1950 bis 2008

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