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Erstkommunion

von Judith Schachenhofer

Judith Schachenhofer im langen Erstkommunionkleid, ein weißes Blütenkranzerl im Haar, in einer Hand das Gebetbuch, in der anderen die Kerze.

Meine Erstkommunion im Jahre 1941 war für mich ein besonders schöner Tag.

Zum Ersten hatte ich eine Großmutter, die Schneiderin war und mir ein Festkleidchen so nähen konnte, wie ich es in einer „Frau und Mutter“-Zeitung abgebildet sah. Meine Mutter ließ sich oftmals von Herzmansky Stoffproben (Stofffleckerl) zuschicken; sie hatte ein Gespür für gute Stoffe.

Zum Zweiten durfte ich erstmalig ein langes Kleid tragen, was damals noch nicht üblich war. Bald gab es dann Nachfolger. Zum Dritten hatte ich von Natur aus schönes Haar, wodurch mir eine harte Tortur mit Zöpferlflechten (über Nacht!) erspart blieb. Meinem Vater musste ich allerdings oft stille stehen, damit er mich in verschiedenen Posen fotografieren konnte. Viertens war ich ein frommes und gescheites Mädchen, sodass ich gleichzeitig bei der Messe Vorbeterin sein durfte. Der Pfarrer wird wohl wie Heinrich Heine empfunden haben: „Die Hände aufs Haupt dir legend, betend, dass Gott dich erhalte, so rein und schön und hold.“

Informationen zum Artikel:

Erstkommunion

Verfasst von Judith Schachenhofer

Auf MSG publiziert im Juni 2009

In: Lebensgeschichtliche Fotorevue

Der Beitrag wurde folgenden Regionen und Zeiträumen zugewiesen:
  • Ort: Niederösterreich, St. Pölten+Umgebung
  • Zeit: 1941

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