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Die Anna-Tant' kauft der Familie einen Garten

von Herbert Hacker

1938 beschloß die Tante Anna, dem Karl und seiner Familie eine Freude zu machen. Sie bestellte die Familie zum Heurigen, um den Karl und seine Frau, nach ihren Wünschen zu fragen. Der Karl, also unser Vater, wünschte sich einen Garten mit einem kleinen Häuschen möglichst auf einem Berg. Gefunden wurde die Idylle in Hütteldorf gegenüber dem damals noch öffentlichen Edenbad, am sogenannten Kordon. Damals noch eine lang gestrecke, nur teilweise besiedelte Hangwiese, erstreckte sich der Kordon bis zu einem Wald, welcher zum Gipfel des Satzberges reichte. Das untenstehende Bild zeigt links im Hintergrund, den Wirtschaftshof der Familie Kordon mit der Stadeltür, auf welcher bis in die Hitlerzeit die Parzellenpreise angeschrieben standen.

Panoramaansicht des Edenbades mit Wolfersberg im Hintergrund
Das Edenbad in der Siedlung Eden, im Hintergrund die Siedlung Wolfersberg
Ein Holzhaus auf einem Hügel in unbehauster Umgebung

Der Vater lehnte einen am Fuß des Hanges angebotenen flachen Grund ab und wählte eine Parzelle in der Mitte des steilen Wiesenhanges. Die Tante empfahl ihm einen großen, relativ flachen Eckgrund, doch der war dem Vater zu groß. So wurde dann eine kleinere Parzelle erworben, und die Eltern schwammen im Glück, als die Tante dann auch noch ein kleines Holzhaus für den erworbenen Grund bezahlte. Nur ein schmaler Weg mit Spurrillen von Pferdegespannen erschloß den damals noch wenig parzellierten Kordon.

Siedlungshaus mit Personengruppe davor wie im Text beschrieben

1939 war dann der Grund zum Garten geworden, und ein für die damalige Zeit sehr hübsches Gartenhaus (siehe Bild) stand inmitten der frisch gesetzten Obstbäume. Das dritte kleine Foto zeigt von links nach rechts: meine Mutter, Onkel Franz, den Vater, dahinter meinen Bruder Heinz, Tante Anna und ihre Hausdame. Im Hintergrund die Hütte des Grundnachbarn. Geknipst habe das Bild ich.

Informationen zum Artikel:

Die Anna-Tant' kauft der Familie einen Garten

Verfasst von Herbert Hacker

Auf MSG publiziert im Juli 2009

In: Fleckerlteppich der Erinnerungen

Der Beitrag wurde folgenden Regionen und Zeiträumen zugewiesen:
  • Ort: Wien, 14. Bezirk, Kordonsiedlung
  • Zeit: 1930er Jahre

Anmerkungen

Der Beitrag ist ein Ausschnitt aus den umfangreichen Kindheits- und Jugenderinnerungen des Autors und wurde im Rahmen eines lebensgeschichtlichen Gesprächskreises zum Thema "An den Rändern der Stadt" im Wien Museum Karlsplatz im Herbst 2008 vorgestellt.

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