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Stubenmädchen auf Schloß Brunn

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Vom 1. 11. 1956 bis 31. 10. 1957 war ich als Volontärin/Stubenmädchen auf Schloß Brunn am Wald, Niederösterreich, bei Prinzessin von und zu Hohenlohe und deren Ehegatten Hermann Erhardt, ehemals Kapitän zur See, aus Deutschland, angestellt.

Ich war nicht des Lohnes wegen dort, sondern sollte nach der Absicht meiner Eltern die Gebräuche eines feinen Haushalts kennen lernen.

Das Personal bestand aus Gesellschafterin/Hausdame, Zofe, Köchin, Diener, Küchenmädchen, Jäger, Gärtnerehepaar – in dieser Rangfolge. Die Hausdame verwaltete auch das Haushaltsgeld und setzte ihren Ehrgeiz darein, damit sparsam umzugehen, selbstverständlich auf Kosten des Personals. So wurde dem Personal zum Frühstück neben Brot (die Menge war freigestellt, das Brot aber nach dem Frühstück weggesperrt) etwa 6 Dekagramm Butter, ein kleines Schüsselchen Marmelade und Milch zugeteilt. Jeder hatte eine beschriftete Dose, die einmal im Monat mit Zucker befüllt wurde. Auch das Nachtmahl war sehr sparsam, entweder kalt oder Reste des·Mittagmahls.

Man lebte hauptsächlich von den Erträgnissen des Landes, was der Garten und die Glashäuser bzw. die Hühner in der Gärtnerei lieferten. Von der verpachteten Domäne des Herrn Kapitän wurden täglich 25 Liter Milch geliefert. Was nicht verbraucht wurde, wurde zu Butter verarbeitet. Außerdem kamen von dort zu bestimmten Zeiten Schweine und Rindfleisch. Wild wurde in den Eigenwäldern geschossen.

Informationen zum Artikel:

Stubenmädchen auf Schloß Brunn

Verfasst von

Auf MSG publiziert im September 2014

In: Fleckerlteppich der Erinnerungen

Der Beitrag wurde folgenden Regionen und Zeiträumen zugewiesen:
  • Ort: Niederösterreich, Waldviertel, Lichtenau, Brunn am Wald
  • Zeit: 1956 bis 1957

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