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Italienreise 1957

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Bursche lehnt sich an ein Motorrad

Ende August 1952 endete meine Lehrzeit. Als Lehrlinge hatten wir einen Monat Urlaub, als Gesellen hatten wir nur zwei Wochen. Aber meine Urlaube waren sowieso keine Erholung, da ich jedes Jahr mit meinen Eltern und meinem Bruder im Ernteeinsatz war.

Bemerken möchte ich, dass wir Lehrlinge im ersten Lehrjahr 23 Schilling als Wochenlohn bekamen. Ich wohnte in einem Kolpingheim, da zahlte ich acht Schilling in der Woche. Ich hatte eine Lehrlingsermäßigung von der Bahn, ich bezahlte für eine Hin- und Rückfahrt sieben Schilling, also blieb mir kaum etwas übrig, etwa für Milch oder andere Einkäufe. Jedenfalls waren die drei Jahre eine schwere Zeit, ich musste mich ja die ganze Woche selbst versorgen, habe oft die Palatschinken anstatt mit Milch mit Wasser gemacht.

Als die drei Jahre vorbei waren, da begann erst das Sparen. Ich machte öfters Überstunden oder manchmal arbeiteten wir auch samstags, so konnte ich auf ein Motorrad sparen. Ich machte den A-Führerschein - an ein Auto konnte man ja nicht denken. Ich hatte im Herbst 1953 eine Anzahlung auf ein Puch-Motorrad, 175 ccm, gemacht, die kostete 8.500, – Schilling. Dann ist vor Weihnachten die Puch 250 SG herausgekommen, die kostete aber 11.300, – Schilling. Ich nahm einen Bankkredit von 3.500, – Schilling auf, ein Freund von mir ist als Bürge gutgestanden.

Informationen zum Artikel:

Italienreise 1957

Verfasst von

Auf MSG publiziert im Oktober 2013

In: Lebensgeschichtliche Fotorevue

Der Beitrag wurde folgenden Regionen und Zeiträumen zugewiesen:
  • Ort: Wien / Italien, Venedig, Lido; Neapel, Vesuv
  • Zeit: 1950er Jahre

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