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Das Schwimmbad in Grünbach

von Karl Kalisch

Das alte, zur gänze aus Holz bestehende nicht sehr große Schwimmbad stand auf dem Platz des jetzigen, aber ohne Grünanlage, mit einem  Bretterzaun umgeben. Links und rechts vom Eingang befanden sich einige Kabinen, Liegepritschen und an der anderen Längsseite lediglich einfache Holzbänke. Im rechten Teil des Bassins war ein kleines Kinderbecken integriert.

Frauen und Männer stehen am Rand eines Schwimmbeckens, im Vordergrund schwimmt ein Junge mit einem Schwimmring

Vom Neuschacht zum Bad war es nicht nur ein langer Weg, sondern für so ein Vergnügen war bei uns auch kein Geld vorhanden. An besonders heißen Sonntagen jedoch war es still am Neuschacht. Die Familien, besonders die Kinder, waren verschwunden. Da hielt ich es auch nicht mehr zu Hause aus.

Natürlich im Sonntagsgewand, lief ich hinunter  durch das hitzeflimmernde Dorf. Herr Krupar, der Badewärter, hatte ein Herz und ließ mich, ohne Eintritt bezahlen zu müssen, ein. Aber nur zum „Zuschauen“.

Die anderen tobten und spritzten im Wasser herum. Die besonders Mutigen sprangen vom Kabinendach ins Bassin. Nach  Kriegsende wurde das Bad nicht mehr benützt. So ist es verständlich, dass ich in Grünbach nie schwimmen lernte.

Informationen zum Artikel:

Das Schwimmbad in Grünbach

Verfasst von Karl Kalisch

Auf MSG publiziert im Juni 2009

In: Erinnerungsbücher, Orte der Kindheit

Der Beitrag wurde folgenden Regionen und Zeiträumen zugewiesen:
  • Ort: Niederösterreich, Industrieviertel, Grünbach am Schneeberg
  • Zeit: 1930er Jahre, 1940er Jahre

Anmerkungen

Dieser Text ist ein Auszug aus dem Buch von Karl Kalisch: Erinnerungen. Kindheit und Jugend in Grünbach am Schneeberg. Wien 2005, S. 89 f.

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