Sie sind hier:
  1. Startseite >
  2. Lesen > 82 Bücher

Von roten und blauen Fischen

von Christine Casapicola

„Es ist auf einer meiner ersten Thunfischjagden passiert, und ich gebe zu, ich hatte ein mulmiges Gefühl. 600 Fische im Netz, die im letzten Augenblick entwischen sollten? Niemals!“ Srečko erinnert sich gerne an seinen mutigen Einsatz. Die Falten in seinem Gesicht glätten sich. Kaum zu glauben, dass das alles schon 60 Jahre zurückliegt. Für Srečko scheint es gestern gewesen zu sein.

Mit seinen 18 Jahren war er der jüngste der sechs Mann starken Besatzung des Bootes. Endlich hatte man auch ihm erlaubt, auf der Tonera mitzufahren, endlich war auch er eine der Hauptpersonen des Spektakels. Er, Srečko, Felice, fühlte sich tatsächlich wie Felix der Glückliche – wobei das Glück hart erarbeitet war. Seit zwei Monaten hatte er bei der Vorbereitung der zwölf Meter breiten Pisten geholfen. Bis in eine Tiefe von acht Metern erstreckten sie sich ins Meer. Kein Stein durfte im Weg sein, wenn die tonni kämen. Deren Ankunft hatten er und die anderen seit Tagen am Strand erwartet, ständig bereit in die Tonera zu springen und hinauszurudern. Alles war perfekt gelaufen bis zu diesem Augenblick. Vor zwei Stunde hatten die Späher in den Aussichtsposten unterhalb von Santa Croce den Schwarm entdeckt und mit einem lautstarken Abauta, abauta! Alarm geschlagen. Aufgeregt hatten sie die Hemden über den Köpfen geschwenkt. Es musste sich um einen riesigen Schwarm handeln, der da im Meer seine Schatten vorauswarf.

größere Menschenansammlung auf Meeresstrand an der Arbeit mit Fischernetzen
Das ganze Dorf hilft mit (1947) © Privatarchiv Bruno Volpi Lisjak, Sežana, Slowenien

In den Augustnachmittag des Jahres 1948 war mit einem Mal Bewegung gekommen. Jung und Alt erwachten aus der Starre der Sommerhitze und hasteten die steilen Stufen Richtung Meer. Das ganze Dorf war auf den Beinen. Einige tauchten aus den Terrassen der Weingärten und Olivenhaine über dem Meer auf. Sie hatten wilden Salbei gesammelt oder sich trotz des Zikadengezirps ein paar ruhige Minuten gegönnt. Hier, auf halber Höhe zwischen Himmel und Wasser, an der Abbruchkante des Karstes, in der Zwischenwelt aus Thymianduft und Meeresluft, ließen sich die Tage recht angenehm verbringen.

Die meisten aber stolperten von hoch oben, von Santa Croce, die Steilküste hinunter. Während sie noch Schritt für Schritt auf die Steinquader des alten Fischerpfades setzten, erreichten die Ersten nach zehn Minuten den Strand. Die Tonera war zu diesem Zeitpunkt noch gute 50 Meter vom Ufer entfernt. Behutsam hatte man das Netz aufgerollt und den Thunfischen den Weg abgeschnitten. Stegando! – 90 Grad nach links, daghekap! – weiter so, voh! – Kreis Richtung Ufer schließen, za, za! – ziehen, stark, ziehen. Mensch und Fisch folgten den Kommandos eines seit Jahrhunderten unveränderten Jagdrituals. Es kamen auch die Letzten an den Strand, jetzt hieß es anpacken. Sicherlich an die 25 Mann versuchten mit aller Kraft, das Netz Richtung Ufer zu ziehen. Je enger der Kreis wurde, desto deutlicher konnte man die Silberleiber der Fische erkennen. 600 Stück würden das wohl sein! Das Meer schäumte wie kochendes Wasser, alles jubelte angesichts der fetten Beute. Und dann das! Das Netz verfing sich am Meeresgrund, die tonni drohten zu entkommen. Die Blicke der anderen Fischer waren auf Srečko gerichtet, allen voran die der be49 sorgten Onkeln. „Die hatten ganz schön Angst um mich“, erinnert sich Srečko.

Bursche einen gefangenen Thunfisch in der rechten Hand hochhaltend
© Privatarchiv Bruno Volpi Lisjak, Sežana, Slowenien

Er nimmt einen kräftigen Schluck Wein und sammelt seine Gedanken wie wohl einst seinen Mut, ehe er sich erneut in das Abenteuer von damals stürzt. Es war stets die Aufgabe des Jüngsten, in solchen Fällen bis zum Grund zu schwimmen und das Netz loszuschneiden. Also was ist ihm anderes übrig geblieben als in den brodelnden Fischkochtopf zu springen! Fünf Meter tief musste er zwischen den Thunfischen tauchen. „Da kann man schon leicht die Orientierung verlieren. Um dich herum sind nur noch tonni. Das Oben und das Unten verliert sich zwischen zappelnden, panischen Fischen.“ Natürlich gelang es Srečko, das Netz zu lösen. Der Rest ist Geschichte, die Geschichte seines Großvaters, die seines Vaters und die all der übrigen slowenischen Fischer von Santa Croce. Das Netz wurde weiter eingeholt, alle stürmten bis zu den Knien ins Wasser, packten die Thunfische an den Schwänzen und schleuderten sie an Land. Dort wurden sie geputzt und aufgeteilt. Jeder bekam ein Stück des begehrten hellroten Fleisches. Srečko lacht. Er ist 60 Jahre später noch stolz, welch gelungenen Ausgang die Thunfischjagd genommen hat.

Auch Jolanda ist stolz auf ihren Mann, den Pescatore. So nennt sie Srečko respektvoll, wenn sie über ihn spricht. Sei es, weil im arbeitsreichen Leben einer Fischerfamilie aus dem Karst wenig Platz für Sentimentalitäten ist, oder um Srečkos besondere Stellung in Santa Croce hervorzuheben. Immerhin ist er der letzte slowenische Fischer der Costiera. Bis vor zwei Jahren war er noch jeden Tag draußen auf See. Um die Seinen und das Bella Riva, das Fischspezialtäten-Restaurant der Familie unten am Meer, mit fangfrischem Fisch zu versorgen. „Obwohl die Fische immer weniger werden.“ Jolanda nickt, Srečko seufzt. „Nein, nein“, von den Thunfischen spreche er gar nicht. „Die tonni sind Legende. „Die letzte große Jagd war im Jahr 1954. Bis vor 20 Jahren hat man im Sommer noch ab und zu einen Thunfisch aus dem Wasser springen sehen, selbst das ist jetzt vorbei. Die roten Fische sind endgültig verschwunden. Damit meint Srečko die Thunfische. Aber auch die blauen werden immer seltener. „Sardoni, sardelle und sgombri, nun ja, die pesce azzurro eben“, erklärt Jolanda. Selbstverständlich gibt es für die Zubereitung dieser Fische im Bella Riva ein paar ganz besondere Rezepte. Vor allem für die Sardinen. Die Sardinen der Costiera gelten als die besten der oberen Adria. Dafür sorgt die Süßwasserzufuhr aus den zahlreichen Karstquellen.

Jolandas Vorliebe gehört aber den canocchie, den Meeresheuschrecken. Sie fängt sie höchstpersönlich. Jetzt im Winter liegen Fangwerkzeuge, Bleigewichte und sonstiges Zubehör bei ihr in der Küche, so manche Reparatur ist fällig. Jolanda zieht unter dem Gewirr zweier Fischernetze eine Reuse hervor. Mit etwas Glück gehen ihr darin bis zu zehn Stück in die Falle. Jolanda der Schrecken der Meeresheuschrecken. Nun ist es an Srečko, respektvoll zu lächeln … und dankbar. Er weiß zu gut, was er an Jolanda hat. Seit Srečko nicht mehr ganz so kann, wie er will, fährt sie alleine aufs Meer hinaus. Im Bella Riva ist frischer Fisch Ehrensache. Selbstverständlich auch dann, wenn der Fischmarkt aushelfen darf.

Mit den Muschelbänken hingegen, die sich vor der Küste von Duino bis nach Miramare ziehen, haben Jolanda und Srečko wenig zu tun. „Das ist nichts für uns Slowenen, das ist Sache der Istrianer.“ Aha? Die Erklärung lässt nicht lange auf sich warten. Bis zum Ersten Weltkrieg haben in den Dörfern entlang der Costiera ausschließlich Slowenen gewohnt. „Die Monarchie war die letzte Demokratie, die wir erlebt haben.“ Srečko lacht, er scherzt zwar, aber im Grunde meint er es ernst. Zu Zeiten der Monarchie hat die Küste den Slowenen gehört, die Kinder gingen in slowenische Schulen, der Karst war slowenisches Kulturland. An Arbeit für die Männer fehlte es nicht, denn Fische gab es reichlich. Der Fang wurde nach Triest gebracht, die Fischhalle war mit einem eigenen Bahnanschluss und somit einer direkten Verbindung nach Wien ausgestattet. „Zumindest haben das die Alten erzählt, wenn wir beim Aufstieg vom Hafen ins Dorf auf dem Fels über der Eisenbahntrasse gerastet haben.“ Srečko erinnert sich noch genau daran.

Nach dem Ersten Weltkrieg folgten düstere Jahre für die slowenischen Fischer an der Costiera. Zur Zeit des Faschismus war es bei Strafe verboten, Slowenisch zu sprechen. Familiennamen wurden italianisiert, ein jahrhundertelang gewachsenes System brach zusammen. Italiener wiederum, die in Istrien ihre Heimat verloren hatten, wurden entlang der Küste von Duino bis Triest angesiedelt. Akkurat neben jedes slowenische Fischerdorf pflanzte man ein italienisches. „Die Miesmuschelbänke da draußen werden heute von den ehemals istrianischen Fischern betrieben.“ Gesegnet mit der Milde des Alters erzählt Srečko von den Kollegen aus Istrien. Die Zeit heilt alle Wunden. Fast alle. Srečko blickt in die Ferne, auf ein Meer, das er von seinem Haus oben im Ortszentrum von Santa Croce nicht sehen kann. Das Wasser und die salzige Luft fehlen ihm, die Miesmuschelbänke schon weniger.

Obwohl – dem Charme der Cozze alla Marinara, die Jolanda und die Kinder unten im Bella Riva aufs Köstlichste zubereiten, kann sich auch Srečko nur schwer entziehen.

Mehrere Männer mit gefangenen Thunfischen in Fischernetzen an einer Küste
Fette Beute © Privatarchiv Bruno Volpi Lisjak, Sežana, Slowenien

Chronologie des (Thun-)Fischfangs im Golf von Triest

Gefischt wurde im Golf von Triest seit Menschengedenken. Im Mittelalter teilten sich Patrizierfamilien aus Triest und die Grafen von Duino die Fischereirechte. Die Fischer waren wie die Bauern im Landesinneren ihren Feudalherren unterstellt und mussten den Fang zur Gänze abliefern. Unter Maria Theresia begann sich das Haus Habsburg für die Fischerei im Golf zu interessieren. Die umtriebige Kaiserin war der Meinung, dass ihre Untertanen in den Binnenländern zu viel Fleisch und zu wenig Fisch essen würden. Kurz entschlossen gab sie eine Studie über den Fischbestand in der oberen Adria in Auftrag und schickte holländische Experten nach Triest. Diese sollten die Triestiner das fachgerechte Einsalzen lehren, die Voraussetzung für den Transport von Fischen nach Wien. Die einschneidende Änderung im System verdankten die Fischer im Golf aber ausnahmsweise nicht der verehrten Kaiserin, sondern Napoleon. Während der kurzen Besetzung durch die Franzosen wurde der Fischfang im Jahr 1808 für alle freigegeben. Es lebe die Französische Revolution, ohne sie wäre das Feudalsystem entlang der Küste wohl kaum abgeschafft worden.

Zurück im Hafen der Habsburger behielt man den für die Fischer segensreichen Zustand bei. Im Jahr 1835 wurde mit Kundmachung bestimmt, dass innerhalb einer Seemeile von der Küste entfernt der Fischfang den Küstenbewohnern vorbehalten ist. 1850 stellte man die Verwaltung des Meeres auf professionelle Beine. Von da an regelte die „k. k. Central-Seebehörde „ die Fischerei und das Hafenrecht, führte Statistiken über den Fischfang, half bei der Entwicklung der Navigation und installierte Sanitätsbehörden und österreichische Konsulate in den Adriahäfen. Dem Aufschwung der Fischerei stand nichts mehr im Wege. In Triest formierte sich die „Gesellschaft für Fischerei und Fischzucht“, ihr gehörten Mitglieder des Kaiserhauses, Bankiers, Politiker und Industrielle an. Ein fruchtbares Miteinander begann: Der Wiener Unternehmer Karl Warhanek gründete im Jahr 1867 in den Hallen der alten Salzmagazine von Duino die erste Sardinenfabrik an der Adria, weitere folgten in Grado und Barcola. Eine der drei Sardinenfabriken in Grado gehörte der Familie Giovanni Degrassi, sie betrieb in der Wiener Himmelpfortgasse Nr. 7 eine eigene Fischhandlung. Die Südbahnlinie trug mit einer schnellen Bahnverbindung von Triest nach Wien dazu bei, dass fangfrischer Fisch direkt hinter der Fischhalle in Triest verladen und wenige Stunden später in Wien auf dem Markt feilgeboten werden konnte.

Die Fischerei selbst war wie in den Jahrhunderten zuvor in slowenischer Hand. Die Slowenen in den Fischereihochburgen Aurisina, Duino, Santa Croce und Contovello schlossen sich in Kooperativen zusammen und konnten dadurch größere Boote und Netze finanzieren. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gab es sogar eine eigene Versicherung für die Fischer und deren Familien. Gefischt wurden die Pesce azurro, das sind Sardinen, Sardellen und Makrelen sowie die traditionelle „Weihnachtsflunder“, die am 24. Dezember in Santa Croce in keinem Haus fehlen durfte. Und natürlich die tonni, die jedes Jahr von August bis Oktober knapp unterhalb der Steilküste in Schwärmen bis zu tausend Fischen vorbeizogen. Die Thunfische wurden eingekesselt, an den Schwänzen gepackt und an Land geschleudert, wo man sie sofort ausnahm und wusch. Etwas abseits sammelte man die Mägen, um sie später zu zählen. Jeder zehnte Fisch sowie die Innereien gingen an die braven Helfer. Nachdem das Tagwerk beendet war, roch es im gesamten Dorf nach frittierter Fischleber. In den Fünfzigerjahren begannen die Fische auszubleiben. Sie wurden weiter südlich mit Fangflotten abgefischt. Die letzte große Thunfischjagd mit einer Beute von rund 800 Stück fand am 25. August 1954 statt.

eine größere Menschenansammlung mit Fischernetzen im seichten Wasser am Strand
Alle sind am Strand (1925) © Privatarchiv Bruno Volpi Lisjak, Sežana, Slowenien

Von Duino bis Miramare

Im Kanu entlang der Küste …

… ist eine originelle Art, die Gegend zu erforschen. Kein noch so kleiner Badestrand bleibt dem Entdecker dabei verborgen. Naturbelassen präsentiert sich die winzige Badebucht direkt unterhalb des Schlossfelsens von Duino. Bestens ausgestattet lockt hingegen die Strandanlage des Seebades Caravella in Sistiana. Wild und unzugänglich schließt die „Küste der Barbaren“ an. Wer schon dort war, hat eine vage Vorstellung, wie die Costa dei Barbari zu diesem Namen gekommen sein mag. Gesitteter, wenn auch genauso textillos, geht es zwischen Aurisina und den Filtri zu. Die letzten Meter bis zum Meer klettert man dort über Leitern.

Und der Geheimtipp? Natürlich das Bella Riva! Die Abzweigung von der Küstenstraße hinunter zum Meer ist schwer zu finden, unten angekommen findet man selten einen Parkplatz. Ausdauernde werden belohnt: einfach der Schotterstrand vor dem Lokal, einfach, aber entzückend der angrenzende Minihafen mit dem kleinen Schlösschen am Meer. Anno dazumal wurde es als Industriebau der k. k. Staatsbahnen errichtet und vom selben Architekten geplant wie das wenige Kilometer entfernte Schloss Miramare. Um die Halbinsel Miramare ist Baden übrigens verboten – Naturschutzgebiet. Was keinen Italiener davon abhält, die Felsen der Hafenbefestigungsanlage in Grignano als Badestrand zu benutzen.

Auf die Pfade der Fischer von Santa Croce …

 … begibt man sich bei der Tenda rossa, einem Ausflugslokal direkt an der Küstenstraße. Gleich neben dem Restaurant führen die ersten Stufen des alten Fischerpfades hinunter zum Meer und zum Hafen von Santa Croce. Man drehe die Zeit um rund 80 Jahre zurück, es gab noch keine Küstenstraße, da ertönt das Abauta, das die Ankunft der Thunfische ankündigt. Mit einem Mal kommt in den Augustnachmittag Bewegung. Jung und Alt erwachen aus der Starre der Sommerhitze und hasten die steilen Stufen Richtung Meer. Das ganze Dorf ist auf den Beinen, die Ersten erreichen den Strand nach zehn Minuten … Man beachte: zehn Minuten vom Dorf oben auf dem Karst, nicht von der Tenda rossa!

Die Fischer von Aurisina …

… rannten nicht, sondern schlichen auf dem Sentiero dei Pescatori bis in den kleinen Hafen Canovela de Zoppoli. Zumindest an diesem 16. August, der in die Dorfgeschichte Aurisinas eingehen sollte. Akkurat als in Aurisina die jährliche Prozession zu Ehren des Dorfpatrons San Rocco stattfand, wurden die ersten Thunfische vor der Küste gesichtet. Das schlug Wellen. Ein Flüstern und Wispern schwappte durch die Gläubigen: „Die tonni, die tonni sind da!“ Die Prozession zog Richtung Kirche, der erste Mutige bog Richtung Meer ab. Einer nach dem anderen folgte. Beim Gotteshaus angekommen, wandte sich der Priester den Gläubigen zu. Die feierlichen Worte blieben dem guten Hirten im Hals stecken. Fassungslos starrte er auf eine leere Piazza. Alle waren bereits unten am Strand. Am Glauben seiner Schäfchen mangelte es keineswegs. Nur galt er ausnahmsweise nicht San Rocco, sondern einem glücklichen Fang.

Der Ausgangspunkt des 1,5 Kilometer langen Sentiero dei Pescatori liegt hinter der Schule in Aurisina.

Auch von Contovello …

… führten Fischerpfade hinunter in den Hafen von Grignano. Großteils sind sie in Vergessenheit geraten, doch an die Geschichte, die einst die Urgroßeltern erlebt haben, können sich noch viele erinnern. Jeden Freitag ruderten die Fischer des Dorfes mit ihrem Fang von Grignano um die Halbinsel zur Anlegestelle des Schlosses Miramare. Ein Wettlauf um den Verkauf von Fisch an einen besonderen Kunden begann: Erzherzog Maximilian pflegte den Fisch für seine Wochenendgäste höchstpersönlich einzukaufen – und zwar ausschließlich bei den Fischern von Contovello.

Buchcover
Informationen zum Artikel:

Von roten und blauen Fischen

Verfasst von Christine Casapicola

Auf MSG publiziert im Juni 2011

In: Erinnerungsbücher

Der Beitrag wurde folgenden Regionen und Zeiträumen zugewiesen:
  • Ort: Italien, Friaul-Julisch Venetien, Triest, Obere Adriaküste
  • Zeit: 1940er Jahre, 1950er Jahre, 2000er Jahre

Anmerkungen

Der Textbeitrag gibt einen Ausschnitt aus Christine Casapicolas Buch "Wein für Wien, Wasser für Štanjel", S. 47 ff., wieder. Die Autorin stützt sich dabei zum Teil auf Erfahrungen und Erinnerungen von Srečko Tretiach, geb. 1930, ehemaliger Fischer in Santa Croce an der Oberen Adria.

© Wieser Verlag

Copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt.

Seine Veröffentlichung erfolgt unter einer Creative-Commons-Lizenz.