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Anton Pillgruber

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Meine Beiträge

Über mich

Ich kam am 7. Februar 1928 auf die Welt. Mein Geburtsort war das ehemalige Hebammhäusl in Vigaun bei Hallein. Meine Mutter hatte noch zwei Brüder, von denen der ältere die kleine Landwirtschaft der Eltern übernahm. Als Mutter 17 Jahre alt war, starben ihre Eltern kurz hintereinander. Nach deren Ableben kam sie als Bauerndirn nach St. Koloman und lernte dort meinen Vater kennen. Er war der Sohn und voraussichtliche Erbe des Nachbarhofs.

Gleich nachdem ich das Licht der Welt erblickt hatte, wurde ich zum Bruder meines Großvaters mütterlicherseits nach Krispl-Gaißau gebracht, wo ich die ersten drei Jahre meines Erdendaseins verbrachte. Danach kam ich als „Annehmbub“ zu meiner Tante väterlicherseits in St. Koloman. Die Tante und ihr Mann hatten nach dreijähriger Ehe noch keine Kinder. Bald danach stellte sich bei Tante und Onkel jedoch der Kindersegen ein, und es kamen nach und nach drei Buben an. Zu der Zeit zerbrach auch die Verbindung zwischen meinen Eltern, nachdem sie vorher noch ein Kind, einen Bruder, in die Welt gesetzt hatten.

Nach Besuch der achtklassigen Volksschule werkte ich als Knecht auf dem Hof der Zieheltern. In den Jahren 1950 und 1951 besuchte ich die landwirtschaftliche Fachschule am Winklhof in Oberalm und ging anschließend als „Vorgeher“ – so hieß damals der Stellvertreter vom Gutsverwalter – auf ein Gut in Scheffau bei Golling, danach als Wirtschaftsführer auf einen Hof in Rauris, zu dem eine Nieder- und ein Hochalm und ein Jungviehkar gehörten.

Meine Mutter hatte inzwischen geheiratet und arbeitete mit ihrem Mann als Moarleute in einem Betrieb in Elsbethen. Bei einem Besuch lernte ich dort die Tochter des Archsteinbauern kennen, die dann 1958 meine Frau wurde. Unserer Ehe entstammen drei Töchter.

1963 übernahmen wir den Hof von den Eltern meiner Frau. Es war eine kleine Landwirtschaft mit zehn Rindern, die wir im Nebenerwerb führten. Vorerst arbeitete ich im Baugewerbe, bis ich 1965 als Filialleiter zum landwirtschaftlichen Lagerhaus in Elsbethen kam. Diese Stelle behielt ich bis zu meiner Pensionierung im Jahr 1990.

Als 1972 meine Mutter starb, fiel mir ein kleiner Teil des Hauses, das sie und der Stiefvater nach dem Krieg errichtet hatten, als Erbteil zu. Den Rest erwarben wir 1978 vom Stiefvater und meinem Bruder, das ich später ausgebaut und erweitert habe.

1973 wurde meine Frau von einer heimtückischen Krankheit befallen. Sie überstand eine schwere Operation. Einige Jahre später brach die Krankheit aber wieder aus, an der meine Frau 1980 verstarb. Nach ihrem Tod übergab ich die Landwirtschaft an unsere älteste Tochter und zog mit den beiden jüngeren Töchtern in das erwähnte Haus meiner Mutter in Elsbethen. 1990 übergab ich es meiner jüngsten Tochter, nachdem die zweitälteste anderswo eingeheiratet hatte.

Zwischen 1974 und 1979 war ich als Vertreter des Bauernbundes in der Gemeindevertretung tätig. 1989 ließ ich mich noch einmal dazu überreden und übernahm dazu noch die Obmannschaft des Seniorenbundes. Das war aber zu viel für mich, ich habe mich wahrscheinlich zu sehr hineingesteigert, und im Jahr 1993 kam der Zusammenbruch. Da legte ich von einem Tag auf den anderen sämtliche Aufgaben zurück. Dem Alter entsprechend dauerte es dann schon einige Zeit, bis ich mich wieder erholt hatte.

Um meine grauen Zellen nicht ganz verkommen zu lassen, habe ich ein wenig zu schreiben angefangen, und das mache ich bis zum heutigen Tag. Um mein leibliches Wohl kümmert sich dankenswerterweise meine jüngste Tochter, bei der ich jetzt wohne. Eine Gefährtin habe ich auch gefunden, die zu mir passt. Auch sie hilft mit, „auf dass es mir gut ergehe“, und ich bemühe mich, ein dankbarer alter „Kracher“ zu sein.

Schau ich zurück, so dünkt es mir, dass die Zeit sehr schnell vergangen ist. Sie war nicht immer schön, diese Zeit. Recht zimperlich umgegangen ist man mit unsereinem nicht. Aber es hat auch seine schönen Seiten gehabt, dieses Leben.

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