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Ilse Winter

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Geboren am 5. April 1918 und in gutbürgerlichen Verhältnissen in Wien-Döbling aufgewachsen. Eine langwierige Krankheit der Mutter und berufliche Misserfolge des Vaters als Buchautor, Journalist und Zeitungsherausgeber führten zu finanziellen Schwierigkeiten und ließen den familiären Zusammenhalt schließlich zerbrechen. Während der ältere Bruder noch das Gymnasium besuchen und Medizin studieren konnte, blieb der Tochter der Familie eine höhere Schulbildung verschlossen; sie absolvierte Kurse in Handelsschulfächern und Fremdsprachen.

Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung in Österreich bekam die Familie die antisemitischen Repressalien des neuen Regimes zu spüren. Der Bruder konnte seinen Beruf als Arzt nicht mehr auszuüben, jedoch gelang ihm bald die Flucht nach England. Für Mutter und Tochter aber gestaltete es sich äußerst schwierig, eine Aufenthaltserlaubnis für England zu erhalten. Ilse Winters nicht-jüdischer Freund Leo flüchtete ebenfalls aus Österreich, um nicht zum Kriegsdienst einberufen zu werden, zuerst in die Schweiz und weiter nach Brasilien, wo die beiden Liebenden sich erst nach dem Zweiten Weltkrieg wiedersehen und eine gemeinsame Existenz gründen konnten.

Zuerst arbeiteten beide in einer Papierfabrik im südlichen Bundesstaat Paraná, Ilse Winter später als Sekretärin und Sprachlehrerin, ihr Mann als Taxiunternehmer sowie in einem Elektrizitätswerk in Curitiba. 1954 wurde ihre Tochter Monica geboren.

24 Jahre lang lebte das Paar gemeinsam in Brasilien, bis Ilse Winter 1970 binnen weniger Wochen ihren Mann und ihre Mutter verlor. Nach der Pensionierung kehrte die Autorin zusammen mit ihrer Tochter, deren österreichischem Mann und ihren Enkelkindern im Jahr 1981 nach Österreich zurück. In den frühen Neunzigerjahren schrieb sie ihre Lebenserinnerungen für ihre Nachkommen auf.
Ilse Winter verstarb am 19. Februar 2001.

Persönliche Einträge im Autorenalbum werden nur auf Initiative und Textvorschlag der Verfasser/innen hin von der MSG-Redaktion erstellt, ergänzt oder abgeändert.