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Elisabeth Klotz

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Meine Beiträge

Über mich

Ich wurde am 5. April 1941 in Kitzbühel geboren. Meine Kindheit erlebte ich in St. Johann in Tirol als viertes von fünf Kindern. Mein Vater war bis 1938 Leiter der Studienbibliothek in Linz gewesen. Aus politischen Gründen wurde er entlassen, und so zog er mit seiner Familie in sein Heimatdorf St. Johann in Tirol, wo er die Leitung des ererbten Elektrizitätswerks übernahm.
Es war Krieg und unser Vater war zu Hause! Es war für uns Kinder eine schöne Zeit. Die Kirche spielte eine große Rolle, aber auch der Sport und die Musik. Wir gingen jeden Tag Schi fahren oder im Sommer ins Schwimmbad. Es gab Flüchtlinge aus Hamburg, die uns Klavier- oder Geigenstunden gaben.
Eine Schulfreundin sagte mir später: "Bei euch gab es so viele Bücher." Na klar, das Lesen war ja auch eine  sehr angesehene Tätigkeit. Nach dem Krieg wurde mein Vater wieder Bibliothekar, erst in Salzburg, dann in Innsbruck. Wir blieben mit der Mutter in St. Johann und zogen 1953 in ihr Elternhaus  nach Innsbruck.
Für mich folgten Schuljahre in der Frauenoberschule in Innsbruck, wo ich 1959 die Matura ablegte. Das unausgesprochene Bildungsziel der Ursulinen von damals war ganz einfach: Junge Frauen sollten neben der Matura vor allem zu guten Hausfrauen und künftigen Müttern ausgebildet werden. Ich folgte diesem Konzept, legte zuvor noch eine zweite Matura ab, wodurch ich berechtigt war, in Volksschulen Kinder zu unterrichten. 
Ich unterrichtete sechs Jahre in Mutters, 1967 heiratete ich und nach dem ersten Kind folgte mein Ausstieg aus dem Beruf.  Ich wollte nur mehr Ehefrau und Mutter sein. Ich ließ mir sogar die Pension auszahlen! Das Wiedereinsteigen viele Jahre später wurde mir nicht leicht gemacht. Dabei wusste ich in meinen späteren Dienstjahren über Kinder viel besser Bescheid. Ich möchte in Österreichs Schulen viel verändern, aber "es gibt Systeme dauerhafter Art" (frei nach Bourdieu).
1995 begann ich neben der Schule an der Universität Innsbruck ein Germanistikstudium, wechselte dann im Hauptfach zu den Erziehungswissenschaften und war dort richtig glücklich. Das Unbehagen in meiner Tätigkeit als Volksschullehrerin bekam einen Namen. In meiner Diplomarbeit schrieb ich in der Einleitung: "Ich bin eine Seniorstudentin. Ich führte ein Leben, ohne zunächst an ein Studium zu denken. Bei vielen Gelegenheiten hörte ich mir Lebensgeschichten an. Geschichten von Menschen fand ich schon lange die interessantesten, die es geben kann. Eines Tages sagte ich meinem Gegenüber: 'Das solltest du aufschreiben.'" Jetzt habe ich Zeit und auch Lust, selbst was aufzuschreiben.

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